SPD-Fachgespräch: Energiewende in Erlangen-Höchstadt gestalten

Die Energiewende im Landkreis Erlangen-Höchstadt war das Motto des Besuchs der Generalsekretärin der BayernSPD in Herzogenaurach. Auf Einladung der Landtagskandidatin Alexandra Hiersemann besichtigte Natascha Kohnen zunächst als Beispiel für konkrete Maßnahmen zur Energiewende das Passivhaus des Herzogenauracher Bürgermeisters Dr. German Hacker. „Das wichtigste ist, die Wärme im Haus zu behalten um nicht immer neue Energie zur Erwärmung des Hauses aufwenden zu müssen“, erläutert Hacker. Sein Heizkostenverbrauch belaufe sich auf jährlich etwa 200 €.

Beim anschließenden Fachgespräch diskutierte die Umweltexpertin der SPD Landtagsfraktion, Natascha Kohnen mit Experten der SPD vor Ort. Auf Landesebene fehle eine klare Zuständigkeit für die Energiewende. „Es werden in verschiedenen Ministerien unterschiedliche Einzelmaßnahmen vorangetrieben, ein Masterplan sowie ein Projektsteuerer fehlt hier völlig,“ so Kohnen. Anders sei dies im Landkreis, stellte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion in Erlangen-Höchstadt, Christian Pech, heraus: „Mit dem Klimaschutzkonzept für den Landkreis haben wir einen Masterplan, mit der bereits beschlossenen Stelle werden wir einen Projektsteuerer haben, die die notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz zwischen Gemeinden, Firmen und Privathaushalten vernetzen kann.“ Dennoch schlug Pech weitere Maßnahmen vor, um die Energiewende im Landkreis voranzutreiben: „Wenn ich zum Landrat gewählt werde, möchte ich Kreiswerke – analog Stadtwerken – überprüfen. In Städten wir Herzogenaurach, die bereits Stadtwerke haben, ist dies nicht nötigen, aber in der Mehrheit unserer Gemeinden existieren keine Werke. So können wir wichtige Teile der Daseinsvorsorge wieder näher an die Kommunen holen. Wir können dann wieder mehr mitreden bei der Wasser- und Energieversorgung,“ so die Forderungen Pechs. Was Stadtwerke bei der Energiewende tun können betonten German Hacker und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzender der HerzoWerke Peter Prokop: „Mit den Stadtwerken haben wir das Know How, das wir für die Energiewende benötigen, im eigenen Haus. Außerdem können wir als Stadtwerke uns bei Projekten wie Windrädern beteiligen oder eigene Solaranlagen betreiben.“ Jens Schäfer, Arbeitskreissprecher „Energie“ der Herzogenauracher Agenda 21 berichtete unter anderem über die Energiespar-Aktionen der Agenda in Herzogenaurach. Als Resümee des Fachgesprächs stellte Alexandra Hiersemann fest: „ Gerade in der Thematik der Energiewende zeigt sich, dass ein enger Schulterschluss zwischen Landespolitik und den vielfältigen Initiativen in den Kommunen dringend notwendig ist. Mein Ziel sind ordnende und innovative Vorgaben aus der Landespolitik, verbunden mit einer sachgerechten Finanzausstattung der Kommunen, um die große gesamtgesellschaftliche Aufgabe einer nachhaltigen Energiewende, sozial gerecht, weiter zu führen.

Podiumsdiskussion der Wohlfahrtsverbände

Eine sehr interessante Podiumsdiskussion auf Einladung der Wohlfahrtsverbände aus Erlangen und Erlangen-Höchstadt hat wieder gezeigt: Ohne die wichtige Arbeit und Motivation der vielen Menschen, die in der Pflege, bei vielfältigen Angeboten für sozial Benachteiligte, in Einrichtungen zur Integration von Migranten, in Unterkünften für Asylsuchende und in Fördereinrichtungen für Menschen mit Behinderung tätig sind, würde unsere Gesellschaft auseinanderbrechen.

Hierbei darf neben dem sozialen Aspekt nicht vergessen werden, dass diese Wohlfahrtsverbände als drittgrößter Arbeitgeber in Erlangen und der Region fungieren. Unterstützende Maßnahmen aus der Landes- und Bundespolitik sind dringend erforderlich. Nur wenn jede und jeder die Chance auf eine gerechte Teilhabe an unserem Gemeinwesen hat, können wir miteinander leben.
Artikel 10 der Sozialcharta „Ein soziales Bayern ist vielfältig, solidarisch und gerecht“ umfasst alles, was aus meiner Sicht von der Politik dringend zu leisten ist.

Gemeinsame Wurzeln von SPD und Kirche betont

Gemeinsame Wurzeln von SPD und Kirche betont

„Soziale Gerechtigkeit ist kirchlich und politisch in der Würde des Menschen begründet, die einen nennen es Nächstenliebe, die anderen Solidarität“ betonte Landtagsvizepräsident Franz Maget auf dem Empfang mit Kirchenvertretern und Sozialverbänden der SPD Erlangen-Höchstadt die gemeinsamen Ideen und Wurzeln der Sozialdemokratie und der Kirchen.

In ihrer Begrüßung betonte Alexandra Hiersemann, Landtagskandidatin und stellvertretende Landessynodale: „Themenabende von SPD und Kirche sollen den Kontakt zwischen den unterschiedlichen Vertretern auf allen Ebenen anregen. Das Forum soll nicht in Unverbindlichkeit stecken bleiben, sondern christlich geprägte Positionen in der SPD diskutieren und begleiten.“ So habe der Arbeitskreis SPD und Kirche bereits diverse Veranstaltungen mit aktuellen Themen wie „Managerbonuszahlungen und die Moral in Wirtschaft und Politik“, „Mutbürger in der Demokratie“ oder „Ladenschluss“ durchgeführt. Besonders anschaulich seien die Gemeinsamkeiten von SPD und Kirche laut Hiersemann anlässlich der letzten Evang. Landessynode in Bayern gewesen. Hier gab es zahlreiche gemeinsame Themen wie die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns, den Sonntagsschutz, sowie in der Auseinandersetzung gegen jegliches rechtsradikales Gedankengut. Landrat Eberhard Irlinger wies in einem Grußwort darauf hin, wie schwer noch vor 30 Jahren die Gründung des Arbeitskreises SPD und Kirche war und wie viel Gegenwind ihm als Mitgründer entgegengeschlagen ist. Für die zahlreich anwesenden Vertreter aus Kirchengemeinden und sozialen Einrichtungen des Landkreises Erlangen-Höchstadt ergaben sich interessante Möglichkeiten zum Austausch im persönlichen Gespräch. Franz Maget: „Wir müssen als Christen christliche Werte in Wirtschaft und Staat einfordern. Der Wert einer Wirtschaftsordnung und von Menschen darf sich nicht nur über Börsenkurse definieren. Kriterium für eine gerechte Gesellschaft und Wirtschaftsordnung ist immer, wie es den Schwächsten in einer Gesellschaft geht.“