Bürgerbegehren zur Stadtumlandbahn

Von der „Gefährlichen Macht des Bürgers“ schreibt Roland Englisch zum Ausgang des Bürgerbegehrens, mit dem die Freien Wähler im Landkreis Erlangen-Höchstadt die Stadtumlandbahn vorläufig aufs Abstellgleis geschoben haben. Auch wenn ich das Ergebnis bedaure, halte ich Bürgerbehren nach wie vor für ein wichtiges demokratisches Instrument. Ich frage mich allerdings, ob es sinnvoll ist, dass die Unterschriften für ein derartiges Begehren auf der Straße und an der Haustür gesammelt werden dürfen. Mehr in einem  Kommentar in den Nürnberger Nachrichten vom 22. April.

Untersuchung zum StUB-Ast nach Höchstadt

Das Ergebnis der Untersuchungen eines StUB-Astes nach Höchstadt an der Aisch hat gezeigt, dass das bisherige Vorgehen der Städte Erlangen, Nürnberg und des Landkreises ERH richtig und wichtig war.

Der sogenannte Nordwest-Ast hätte derzeit weder für sich allein noch als Bestandteil des bisher angedachten StUB-Netzes Aussicht auf Förderung; er würde sogar dem bisher vorgeplanten T-Netz die Wirtschaftlichkeit nehmen.

Das hat die jüngst veröffentlichte Studie von Intraplan im Auftrag des VGN ergeben und damit die Behauptungen des Höchstadter Bürgermeisters, eine StUB wäre nur mit einem Ast über Röttenbach, Hemhofen, Adelsdorf und Höchstadt sinnvoll und wirtschaftlich, klar widerlegt.

Nach den aktuell bestehenden Förderkriterien von Bund und Land ist nur die bisher gedachte T- Trasse ohne den Höchstadt-Ast derzeit förderfähig.

Dies zeigt erneut: Nur auf der Basis seriöser Untersuchungen kann der mögliche Eintritt in einen gemeinsamen Planungszweckverband entschieden werden.  Nur hierum geht es aber zunächst beim 1. Landkreisweiten Bürgerbegehren in ERH am 19. April.

Es kann nicht oft genug betont werden, dass nur eine genaue Kostenplanung die Grundlage für alles Weitere sein kann, erst danach kann und wird eine Entscheidung über die endgültige Frage einer StUB-Realisierung getroffen werden. Tatsache ist also: Ohne den Planungszweckverband wird es keine genaue Kostenprüfung geben, das würde das AUS für die StUB bedeuten.

Sicher ist: Von der StUB als Rückgrat einer zukunftsorientierten Mobilität für eine starke Infrastruktur profitiert der gesamte Landkreis. Die Spitzenplätze des Landkreises in vielen Rankings sind der Finanzkraft unserer Bewohner sowie den starken Gewerbesteuereinnahmen zu verdanken. Das ist attraktiv für die Menschen und Unternehmen im gesamten Landkreis.

Positive Standortentscheidungen der Unternehmen zu Gunsten unserer Region lassen auch die Gemeinden profitieren, die nicht direkt an der StUB-Trasse liegen. Es arbeiten viele Einwohner aus diesen Gemeinden in Erlangen und Herzogenaurach. Von der Einkommensteuer, aber auch von den Einnahmen durch den Verkauf von Bauland haben die Wohnortgemeinden einen Nutzen. Es ist daher viel zu kurz gedacht wenn Manche behaupten, nur die direkten StUB-Anlieger-Gemeinden hätten Vorteile von der Stadt-Umlandbahn.

Für mich bleibt ein T-Ast dennoch lediglich nur der Anfang eines schienen-gebundenen Nahverkehrs im Landkreis ERH und unserer Metropolregion, der nach und nach erweitert werden muss. Mit den dann bestehenden Erfahrungen einer StUB bin ich überzeugt, dass sich auch weitere Trassen als wirtschaftlich erweisen werden, die derzeit noch nicht die Hürde der Wirtschaftlichkeitsvorgaben nehmen können.

Dies betrifft einerseits die Verlängerung einer StUB über Uttenreuth hinaus bis nach Eckental. Aber auch die Trasse, die Dechsendorf, Röttenbach, Hemhofen, Adelsdorf und Höchstadt erschließen könnte, kann in einigen Jahren mit den Erfahrungen einer bestehenden StUB wieder in einem anderen Licht stehen. Ein NEIN zum Zweckverband am 19.4. würde auch dies für die Zukunft unmöglich machen.

Ich bin überzeugt, dass die Menschen im Landkreis ERH diese Chancen erkennen und für einen Zweckverband stimmen werden!

Alexandra Hiersemann